Erfahrungsbericht zu funkgesteuerten elektrischen Christbaumkerzen von Koopower

 Als wir 2003 in eine neue Wohnung zogen, war’s vorbei mit echten Kerzen am Weihnachtsbaum. Die Rauchflecken an der Decke in der alten Wohnung sorgten dafür, dass ich für Wachskerzen am Baum keine Freigabe mehr durch meine Frau erhielt. Und dabei hatte ich erst zwei Jahre zuvor nette und pfiffige Pendelleuchter aus dem Erzgebirge gekauft. Die verwendet mein Vater als Leihgabe noch heute. Bei ihm gibt es noch echte Kerzen am Baum.

Damals blieb mir nichts Anderes übrig, als zur Lichterkette zu greifen. Für einen Weihnachtsnerd wie mich eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Mangels Alternativen ließ ich mich aber darauf ein. Nach dem zweiten Jahr hatte ich jedoch genug davon. Die Kette anzubringen, war schon Strafe genug. Aber optisch ging das gar nicht. Wer hochwertigen Schmuck für über 1000 Euro am Baum hat (alles original Erzgebirge und original thüringer Glas), kann dort Kabel überhaupt nicht brauchen. Etwas überstürzt kaufte ich dann am 23.12.2005 die damals bei diversen Shoppingsendern angepriesene kabellose „Original Kerzenzauber Weihnachtsbeleuchtung“. Ein netter Ansatz mit den Kugeln als Batteriefach und als Gegengewicht zu den Leuchten, in Gold und Rot auch ein Hingucker. Die Funkverbindung zwischen den Kerzen wurde durch eine Masterkerze (bzw. Masterkugel) aufgebaut, deren Platzierung am Baum natürlich entsprechend sinnvoll gewählt werden musste. Das Licht war warm, jedoch ein wenig „dünn“. Aber vielleicht ist das bei den heutigen Modellen besser. Jedenfalls musste ich diese Art der Baumbeleuchtung ablösen, weil die Kugeln aus Plastik waren. Und wenn man 20 oder 30 Kerzen am Baum haben möchte, ist bei ebenso 20 bis 30 Platikkugeln, die bei den Kerzen dabei sind, nicht mehr viel Platz für anderen Schmuck.


Die funkgesteuerten und mit einer Fernbedienung ausgestatteten elektrischen Kerzen des deutschen Herstellers waren dann meine Lösung. Seit 2007 habe ich bis zu 35 Kerzen des Typs Lumix in verschiedenen Lichtfarben am Baum. Die Batterie befindet sich im Kerzenschaft und reicht bei intensiver Nutzung vom 24.12. bis mindestens 06.01. Das Licht der LEDs ist kräftig, die Kerzen können durch wertige Gelenke und Halterungen wunderbar am Ast ausbalanciert werden. Ein Top-Produkt.

Im November 2016 wollte ich Nachschub kaufen, 5 Kerzen sind mittlerweile leider defekt. Ich musste da feststellen, dass Krinner die Technologie weiterentwickelt hat. Gut soweit. Allerdings sind die aktuellen Lumix-Modelle inkompatibel zu den alten. Ein Erweiterungsset mit 5 Kerzen kam also nicht in Frage. Ich hätte also entweder komplett tauschen müssen, was das Weihnachtsbudget nicht mehr hergab, oder ein Starterset mit 12 oder 14 Kerzen kaufen müssen, um dann zwei Systeme mit auch zwei Fernbedienungen zu betreiben. Zunächst wollte ich das nicht und ich sagte mir, dass doch in den letzten 10 Jahren einiges passiert sein könnte in Sachen kabellose Elektrokerzentechnologie. Ich begann also zu recherchieren.

Und stieß auf die LED Kerzen aus Echtwachs der Firma Koopower. Da die Bewertungen durchweg positiv waren, habe ich sie kurzerhand bestellt. Für knapp 35 Euro für 20 Kerzen konnte ich so viel nicht falsch machen. Zwar reichten diese 20 Kerzen nicht für meinen Baum, aber ich hatte ja noch die Krinner-Kerzen für einen Mischbetrieb. Zugegebenermaßen dann auch mit zwei Fernbedienungen. Dies aber vorweg: das war gar kein Problem.

Unser Weihnachtsbaum 2016 mit Krinner Lumix und Koopower Echtwachsleuchten

Langer Rede Kurzer Sinn ist ja nun der Erfahrungsbericht für die Kerzen von Koopower. Also dann:

Versand und Verpackung

Die Bestellung erfolgte über Amazon bzw. den Marketplace. Offensichtlich handelte es sich um einen Lieferanten aus Fernost. Woher genau die Kerzen kamen, kann ich nur raten. Mache ich aber hier nicht ;-). Jedenfalls kam das Päckchen nach fünf Tagen. In Ordnung soweit. Beim Unboxing, also dem Aufmachen der Verpackung, staunte ich dann tatsächlich zum ersten Mal. Jedes einzelne Teil war in einer Schaumstofffassung. Die Verpackung dient damit also auch zukünftig als Aufbewahrungsbox. Hier kommt KooPower schon näher an Krinner ran. Für Versand und Verpackung würde ich 4 von 5 Punkten geben.

Material und Verarbeitung

Tatsächlich fühlen sich die Kerzenschäfte wie Wachs an. Ein Nageltest vermochte allerdings keine Klärung herbei zu führen. Ich bin mir da nicht ganz sicher, ob es sich wirklich um Kerzenwachs handelt. Aber egal: haptisch und optisch (mit stilisierten Wachstropfen) ist KooPower hier den Krinner-Kerzen tatsächlich ein klein wenig voraus. Die Halterungen und Gelenke offenbaren dann allerdings noch Defizite. Viel zu starr und unflexibel. Man kann Veränderungen der Äste, die durch das Gewicht der Kerzen entstehen, nicht austarieren. Zwar kommen nur AAA-Batterien zum Einsatz, die Kerzen haben also ein geringeres Gewicht als die AA-bestückten Krinner-Kerzen, dennoch standen die KooPower-Kerzen unschön kreuz und quer am Baum.

Die Qualität der LEDs scheint verbesserungswürdig. Nach zwei Tagen waren bereits zwei der 21 LEDs defekt (eine Ersatz-LED liegt dem Paket standardgemäß bei). Die LEDs passten perfekt in die Schäfte, allerdings schien mir die Verarbeitung der Kontakte ebenfalls noch Potential für Verbesserung zu besitzen. Ich musste ab und zu „nachbiegen“, weil die Birnen bei Bewegung des Asts manchmal den Kontakt zur Batterie zu verlieren schienen. 3 von 5 Punkten würde ich hier vergeben.

Kontakt, Kommunikation und Service

An dieser Stelle streue ich die Bewertung des Kontakts, der Kommunikation und des Services ein. Als die zweite LED den Geist aufgab, ärgerte ich mich schon ein wenig. Ich schrieb den Verkäufer an und fragte erstmal höflich, ob bzw. wo ich Ersatzbirnen kaufen könnte. Ich schrieb auf Englisch und erhielt Antwort auf Deutsch. Ich staunte wieder. Die Mail war verständlich und sehr freundlich. Allerdings bat man mich, erstmal zu prüfen, ob die Batterien leer sein könnten oder der Kontakt evtl. verloren gegangen sein könnte. Beides hatte ich natürlich schon getan und der Inhalt der Mail diente erst einmal nicht dazu, mein Vertrauen in das Produkt zu festigen. Ich antwortete, diesmal auf Deutsch, dass ich alles geprüft hätte, die LEDs seien defekt und ich bat nochmals um Hinweise zum Ersatzkauf. Das Ganze Paket zurückschicken wollte ich noch nicht. Es war kurz vor Weihnachten und ich scheute den Aufwand. Leider hörte ich dann erst einmal nichts mehr. Aber dann, nach Weihnachten, kam plötzlich ein Päckchen mit je vier Ersatzbirnen, Ersatzschäften und Ersatzhalterungen. An sich ein super Service. Wo ich die Ersatzteile aber selbst besorgen könnte, weiß ich allerdings bis heute nicht. Dennoch: in dieser Kategorie vergebe ich 4 von 5 Punkten. Die Kommunikation könnte noch effektiver sein, freundlich ist sie bereits.

Leuchtqualität, Funkverbindung, Fernbedienung und Features

Die Bewertung kann hier kurz und knackig ausfallen. Nicht, weil der Artikel zum Ende kommen soll, sondern, weil einfach alles bestens funktioniert. Die LEDs leuchten in einem warmen und hellen Licht. Prima. Sie fügten sich auch schön in das vorhandene Krinner-Set-Up. Die Fernbedienung funktionierte einwandfrei, ebenso die Funkverbindung. Nicht einmal, dass eine Kerze nicht an oder aus ging. Alle Features habe ich nicht ausprobiert. Zeitschaltung zum Beispiel. Allerdings testete ich das zuschaltbare kerzenartige Flackern. Nettes Feature, das auf Dauer allerdings etwas nervt. es ist einfach zu synchron und wirkt gegenüber richtigen Kerzen schnell zu unecht. Außerdem hat man sich ja schon an elektrisches Licht gewöhnt. Mir geht es ja nicht so ums Flackern, sondern um die Kabellosigkeit. Die Batterien hielten übrigens auch die gesamte Weihnachtszeit. Ich vergebe hier wiederum 4 von 5 Punkten.

Fazit

Alles in Allem sind die Kabellosen von KooPower überraschend gut. 4 von 5 Punkten insgesamt kann man schon vergeben.Gut möglich, dass ich hier nächstes Jahr aufstocke. Allerdings: den Unterschied zu den – wohlgemerkt bereits 10 Jahre alten – Krinner-Kerzen merkt man vor allem bei der Verarbeitung und bei der Helligkeit der LEDs. Aber eine günstige und brauchbare Alternative sind sie allemal.

Die Kunst, sich das Richtige schenken zu lassen

Alle Jahre wieder, so um den 15 November herum, stellen meine Frau und ich uns die gegenseitige Frage: Was schenken wir uns denn dieses Jahr? Alternativ meine Frau: Was möchtest du denn dieses Jahr zu Weihnachten?

Die einfache und leider nahe liegende Antwort „nichts“ steht nicht zur Auswahl. Als Weihnachtsdogmatiker betrachte ich Geschenke an Weihnachten als nicht optional. Anders als im sonstigen Leben darf der Wunschzettel hier eine große Rolle spielen. Geschenke, Päckchen und das Schenken gehören einfach zu Weihnachten dazu. Punkt.

Wer übers Jahr genau bei seinen liebsten hinhört, dürfte es auch hinbekommen, sinnvolle und Freude bereitende Geschenke zu besorgen. So anstrengend und schwierig das auch trotzdem noch bleiben mag.

Ein für mich weit schwierigeres Unterfangen ist jedoch, mir das Richtige schenken zu lassen. Auf die Frage meiner Frau, was ich denn haben möchte, antworte ich im ersten Reflex natürlich immer wahrheitsgemäß: eine Apple Watch, eine Wetterstation, ein Bluetoothlautsprecher etc. etc. Sie merken es. Mein Herz frohlockt bei elektronischen Gadgets.

Allerdings sind die in der Regel ziemlich teuer. Und meine Frau hat weder ein zufriedenstellendes Shopping- oder Schenkerlebnis, noch bringt sie meistens die korrekte Version, Ausgabe oder Ausprägung. Oder sie greift aus Verzweiflung zum billigen Gattungspendant von Tschibo. Um das zu vermeiden, muss ich ihr die korrekten Amazonlinks oder ähnliche Handreichungen. Und a sind wir aber wieder bei ihrem fehlenden Shoppingerlebnis. Außerdem: wo bleibt die Überraschung da für mich? Ne, ist nicht gut.

Also was tun? Ich habe gelernt, übers Jahr nicht nur darauf zu lauschen, was andere sich wünschen, sondern auch darauf, was ich selbst sinnvollerweise unbedingt mal neu brauche. Jenseits von Elektronik. Geeignet sind da vor allem Klamotten. Aber auch Alltagsgebrauchgegenstände jeglicher Art sind geeignet. Waschbeutel, Geldbörsen etc. Dinge, die geeignet sind, als edle Variante zum Geschenk zu werden.

Ok, die überschwängliche Freude stellt sich bei mir dann zwar nicht ein. Aber ich freue mich um so mehr, wenn meine Frau Spaß beim Einkaufen hatte und das Gefühl, die Kontrolle über ihren Geschenkprozess zu haben.

Juchuuu!!!! Inversionswetterlage!!!

Wenn man in der Rheinebene lebt, gleichzeitig jedoch ein Winterwetter-Weihnachtsfan ist, muss man lernen, mit den alle Jahre wieder auftretenden Enttäuschungen zu leben. Als Jugendlicher habe ich von meinem ersten selbst verdienten Geld als Jobber im Europa Park, 1985 in den Sommerferien war das, eine Uhr von Citizen gekauft. AnaDigiTemp hieß sie. 250 D-Mark hat sie gekostet und besaß allerlei Schnickschnack. Stoppuhr und so weiter. Heute würde man sie Smartwatch nennen ;-). Die Besonderheit aber war ein eingebautes Thermometer. Fahrenheit und Celsius konnte sie und sie zeigte die Außentemperatur aufs 10tel genau. Im Sommer brauchte ich diese Funktion nicht. Einzig und allein im Dezember, allenfalls im restlichen Winter, war das Thermometer für mich interessant.

Damals gab es ja nur die ungenaue Wettervorhersage im Fernsehen oder Radio. Die Möglichkeiten des heutigen Internet mit 16 Tage Aussicht und Darstellung von Tendenzen waren damals noch SciFi. Heute wird mir ja oft schon Tage oder Wochen vor Weihnachten der Zahn im Hinblick auf weiße Weihnachten gezogen. Damals aber starb die Hoffnung zuletzt. Ich erinnere mich, dass ich meine AnaDigiTemp jeden Abend auf das äußere Fensterbrett meines Jugendzimmers legte und versuchte, eine Tendenz des Wetters zu erkennen. Damals im Dezember habe ich bestimmt genau so oft auf das Display dieser Uhr geschaut, wie heute auf das meines Smartphones. Irgendwie war das immer spannend, wenngleich die Enttäuschung zwar langsamer,  jedoch mit fortschreitendem Advent genauso groß wurde, wie sie heute jedes Mal immer noch ist.

Zwar gibt es auch bei uns alle paar Jahre etwas Schnee in der Adventszeit oder sogar rund um Weihnachten. Ich erinnere mich da an die Jahre 1986 mit leichtem Schneefall an Heilig Abend, 1997 mit einsetzendem Schneefall am 23. Dezember und „jüngst“, 2010, als nach dem Heilig Abend – Menü starker Schneefall einsetzte und zumindest der 1. Weihnachtstag richtig winterlich daherkam (am 2.Feiertag  begann es leider schon wieder zu tauen). Allerdings sind ein paar kalte Tage, meist zu Beginn des Advents, üblicherweise das Höchste der Gefühle.

Aber manchmal gibt es Inversionswetterlage. Der Oberrhein ist dann in Nebel gehüllt, während weiter oben die Sonne bei oft milden Temperaturen scheint. Im Nebel kann es bitterkalt sein, die Landschaft ist durch Rauhreif weiß gefärbt. Das geht dann manchmal Tage lang und mit der Zeit rieselt der Reif auf den Boden und es mutet an, als hätte es geschneit. Diese Wetterlage herrscht gerade und die Adventsidylle könnte damit kompletter nicht sein. Und wenn ich ehrlich bin: bis auf die gefährliche Straßenglätte am Morgen sind Rauhreif, Nebel und Kälte das schönere Winterwetter. Ok, jetzt beginne ich, es mir schön zu reden. Ich geb’s zu. Schneetreiben oder auch nur leichtes Flöckeln würde ich dann doch vorziehen. Wenn man das aber nicht haben kann, ist Inversionswetter eine tolle Alternative. Urteilen Sie selbst. Die Bilder auf dieser Seite stammen vom 07.12.2016.

Unser Labbi Patou

Das Weihnachtsoratorium – einer meiner Anker

Heute war es soweit. Ich habe auf meiner Heimfahrt von der Arbeit das erste Mal in diesem Jahr das Weihnachtsoratorium gehört. Dieser Moment ist in jedem Jahr ein ganz besonderer. Ein Moment wie der erste Schluck Kaffee am Morgen oder – noch besser – der erste Schluck Hefeweizen an einem heißen Sommertag. Und ich ertappe mich dabei wie ich voller Inbrunst und Wort für Wort „Jauchzet, frohlocket“ und „Großer Herr“ mitschmettere und „Ich steh‘ an deiner Krippen hier“ erfüllt mich immer wieder beinahe meditativer Kraft, wenn ich die Bassstimme mitsinge. Und ich staune dabei, wie selbstverständlich mir die Worte  über die Lippen gehen, dass ich das alles auswendig kann. Ein Jahr nicht daran gedacht und doch ist alles sofort wieder da. Aber eine Erkenntnis rührt mich auch jedes erste Mal: das Weihnachtsoratorium ist Teil meiner Identität. Ich bin damit aufgewachsen und wenn ich es höre, bin ich meiner Familie so nah wie selten übers Jahr. Weihnachten, Bach, Holzkunst aus dem Erzgebirge, Räucherkerzenduft bilden ein Band zwischen uns und sind beinahe Teil unserer gemeinsamen DNA. 

Manchmal ist es geradezu überwältigend, welch schöne Erinnerungen nur durch das Weihnachtsoratorium in mir hervorgerufen werden. 

Alle Jahre wieder … – langsam geht es los

Na klar, im Einzelhandel ist ne ganze Weile „schon wieder Weihnachten“. Dass aber am Sonntag in einer Woche bereits der 1. Advent ist, habe ich mir erst gestern bewusst gemacht. Vor allem deswegen, weil Weihnachtsmusik lief, als ich nach Hause kam. Also genau genommen hat mich meine Frau darauf aufmerksam gemacht. Sie war bereits am Plätzchen Backen. Und das geht selbstverständlich nur mit Weihnachtsmusik. Sonst werden die Plätzchen nichts. Als ich mit gespielter Empörung die Augenbrauen rümpfte und kurz überlegte, fiel’s mir dann auf. Es geht wieder los. Das WO (!) rückt gedanklich in den Vordergrund, Plätzchenduft umschmeichelt die Nase, Tannenreisig wird bestellt. Alles untrügliche Zeichen dafür, dass ich auch meine Weihnachtstasse fürs Geschäft raus suchen muss. Oder vielleicht endlich eine neue kaufen sollte. Das nehme ich mir nämlich auch schon alle Jahre wieder vor. Mal sehen, ob ich es schaffe. Ich werde sie hier dann präsentieren.

Halloween ist rum….

Geht’s Ihnen auch so? Kaum ist Halloween rum, stellt sich umgehend – wie auf Knopfdruck – ein anderes Gefühl ein. Das, welches untrüglich mit Spätherbst, Kerzenlicht, heißem Tee verbunden ist und die nahende Adventszeit noch etwas diffus aber deutlich genug ahnen lässt. Übrigens, Stichwort Halloween. Wussten Sie, dass das amerikanische Fest seit Anfang der 90er auch in Deutschland populär wurde? Ich habe mich das immer gefragt, denn als ich Kind war, gab es das noch nicht. Ehrlich gesagt fand ich es auch lange Zeit doof. Zum einen, weil’s so US amerikanisch ist (und keine einheimische Tradition), zum anderen, weil es mit dem Reformationstag zusammenfällt und die Jugend diese Tatsache zu vergessen schien. Heute stehe ich dem Fest gleichgültig gegenüber. Ok, ich kann ihm auch Positives abgewinnen. Ich habe hier ja schon darüber geschrieben, dass es Weihnachten ein wenig „nach hinten“ schiebt. Finde ich gut. Und nett finde ich auch, die gruselig verkleideten und meist höflichen Kinder, die an der Haustür nach „Süßem oder Saurem“ schreien. Ja, da kann ich mich drauf einlassen. Passt schon. Aber nochmal zurück zum Ursprung in Deutschland: 1992 fiel Fastnacht wegen des Golfkriegs ins Wasser. Handel und Hersteller blieben auf ihren Karnevalsartikeln sitzen und importierten kurzerhand Halloween. Aus wirtschaftlicher Sicht genial. 

Aber wenn’s jetzt wieder Richtung Advent und Weihnachten geht, ist mir das dann doch lieber.

Weihnachtsmärkte: Oft sind sie keine Inspiration mehr

Mit dem Herbstbeginn und den fallenden Blättern beginne ich auch wieder öfter über Weihnachten nachzudenken: Wie feiern wir dieses Jahr eigentlich? Wer wird eingeladen? Wo holen wir den Baum? Das sind zum Beispiel Gedanken, die mir so nebenher und unwillkürlich durch den Kopf gehen. Aber ein Gedanke drängt sich mir nun bereits seit einigen Jahren um diese Zeit auf. Weihnachtsmärkte. Einerseits ist da die Vorfreude und die positiven Erinnerungen, die ich mit den Märkten meiner Jugend oder des jungen Erwachsenenlebens verbinde. Auf der anderen Seite macht mich der Gedanke so überhaupt nicht mehr an.
Als Weihnachtsmarktfan vermisse ich in den letzten Jahren die Klasse. Während die Masse an Weihnachtsmärkten – gefühlt – weiter zunimmt, nimmt die Qualität leider ab. Früher hatte allenfalls eine größere Stadt einen Weihnachtsmarkt. Er war also schon eine Besonderheit und entsprechend individuell bestückt. Heute ist es nicht nur so, dass größere Städte oft mehrere Weihnachtsmärkte haben – Berlin z.B. über 40 (!) – und diese auch manchmal von Ewigkeitssonntag bis Neujahr dauern. Diese Weihnachtsmärkte sind auch noch alle gleich besetzt. Dieselben Händler und Würstchenbrater auf jedem größeren Weihnachtsmarkt. Einfach nur langweilig.

Und wie stellt sich das auf dem Land dar? Hier ist es leider so, dass oft mit wenig Ehrgeiz und Sachverstand an die Sache rangegangen wird. Potential wird verschenkt. Diese kleinen Weihnachtsmärkte dauern wohltuenderweise oft nur ein Adventswochenende. Man sollte also meinen, dass seitens Veranstalter – oft die Stadtverwaltung – auch genügend Herzblut in eine so begrenzte Veranstaltung reingelegt werden könnte. Die Ergebnisse sind aber leider sehr bescheiden. Ein paar Fressstände, ein paar Adventsschmuckstände – übertrieben dargestellt, zugegeben – und das war’s dann. Wenn Weihnachtsmärkte sogar wie schlecht geschmückte Jahrmärkte daherkommen, dient das noch weniger, um mich hinter dem Ofen hervor zu holen. Davon, dass sich benachbarte Ortschaften nicht wegen des Termins abstimmen und alle Märkte am ersten oder zweiten Advent stattfinden, will ich noch gar nicht sprechen. Es wirkt so, als ginge es nur darum, dass der Weihnachtsmarkt um seiner selbst Willen veranstaltet wird.

Schade drum.

Gerechterweise muss ich aber hinzufügen: es gibt noch Perlen unter den Weihnachtsmärkten. Man muss sie aber suchen und finden.

Weiße Weihnacht 2016 – eine erste Prognose

So früh im Jahr eine Prognose zu wagen, ob Weihnachten dieses Jahr endlich mal wieder weiß wird, ist wahrscheinlich pure Zockerei. Wenngleich die Wahrscheinlichkeit, dass es grün bleibt ja immer ziemlich groß ist. Dennoch versuchen sich Meteorologen jetzt schon und vielleicht gerade, weil es sich Mitte September noch wie Hochsommer anfühlt (und die Schoko-Lebkuchen in der Sonne zerlaufen 😉 an seriösen Interpretationen von langfristigen Trends, Wetterkarten und Statistiken.
Demnach wird’s – wen wundert’s ? – dieses Jahr wieder nichts mit weißen Weihnachten. Schauen wir mal in drei Monaten wieder genauer hin.

Wer es nachlesen will: u.a. auf http://home.1und1.de/magazine/panorama/wetter/wetter-deutschland-meteorologen-erwarten-milden-winter-31834324 steht’s.

 

Endlich wieder Lebkuchen!?

Ich habe in den letzten Jahren schon öfter mal an der Schnittstelle zwischen Sommer und Herbst darüber geschrieben, dass die Lebkuchenzeit in den Supermärkten und Discountern begonnen habe. Immer mit dem Hinweis verbunden, dass ich dem so gar nichts abgewinnen könne. Ehrlich gesagt verstehe ich überhaupt nicht, wer jetzt schon Lebkuchen braucht bzw. essen möchte. Wie bei den Jahreszeiten geht es mir beim dazugehörigen Essen. Alles zu seiner Zeit. So wie ich mich darüber ärgere, dass es um Weihnachten herum oft frühlingshaft mild ist und schaudert mich der Gedanke, Zwiebelkuchen im Frühjahr zu essen. Oder eben Lebkuchen im Spätsommer, um beim Thema zu bleiben. Aber irgendwo her müssen Hersteller und Händler ja die Erkenntnis haben, dass da draußen genügend Kunden nach Advents- und Weihnachtsnaschwerk gieren, obwohl die Zeit dazu noch gar nicht gekommen ist. Sprich: es gibt genug Käufer. In der Tat habe ich diese Erkenntnis heute ebenfalls gewonnen, als mir Kollegen zum Kaffee Lebkuchen angeboten haben. Die freundliche Geste musste ich allerdings brüsk zurückweisen und auf mein „alles zu seiner Zeit“-Dogma verweisen. Das konnten die Kollegen gar nicht verstehen ;-).

Alle Jahre wieder … Bayern gewinnt das Double

Ich geb’s zu: mit acht Jahren wurde ich Bayern-Fan. Kalle Rummenige, Sepp Maier bzw. Jean-Marie Pfaff, Paul Breitner und Dieter Hoeneß hießen damals meine Helden. Über die Jahre und besonders seit der SC Freiburg Ende der 80er zu meinem Herzensverein wurde, veränderte sich meine glühende Verehrung für die „Bullen“ – so wurden sie damals oft genannt – in mehr oder weniger ausgeprägte Sympathie für einen Fußballclub unter dann einigen. 

International war und bin ich nach wie vor ein 100%iger Bayern-Sympathisant. In der Bundesliga und im DFB-Pokal bin ich aber schon auch mal für den Underdog (bei und gegen Freiburg ab nächster Saison sowieso wieder). Mir kommt es da oft auch auf ein schönes und spannendes Spiel an. Und ich glaube, über die Jahre wurde mein Blick auf die Bayern immer sachlicher. Natürlich ein wenig auch bedingt durch die von Zeit zu Zeit auftretenden außersportlichen Auffälligkeiten des Vereins und seiner Akteure. 

Was mir aber immer schon auf den Zeiger ging und mich auch ab und zu richtig aufregt, ist wie „Bayernhasser“ mit dem Erfolg und der guten Arbeit in München umgehen. Da heißt es dann, dass man die Dominanz zementiere, indem die besten Spieler der Gegner (weg)gekauft werden. Dass aber seit Jahrzehnten auch eigener Nachwuchs wie nur bei wenigen Konkurrenten eingebaut wird, übersieht man geflissentlich (oder man weiß es nicht mal). Ein weiteres beliebtes Bashing-Thema ist der wirtschaftliche Erfolg. So nach dem Motto: Weil die Bayern gut wirtschaften, können sie sich den sportlichen Erfolg quasi erkaufen. Eine aus Sicht der Kritiker Endlosspirale. Dabei wiederum wird dann aber übersehen, dass auch die Bayern irgendwann einmal klein angefangen haben und auch andere Vereine irgendwann einmal alle Möglichkeiten hatten, es den Bayern gleich zu tun: Über gutes Wirtschaften die Basis für sportlichen Erfolg zu legen. Natürlich immer verbunden mit einer guten Jugendarbeit. Bei aller Marktmacht ist diese unerlässlich. 

Und nun wurden die Bayern auch in diesem Jahr Meister und Pokalsieger. Zum 11. Mal beides in einem Jahr. Und der Fußballwelt fällt dabei nichts Besseres ein, als zu jammern oder gar, sich über das  ebenfalls murmeltiertaggleiche Scheitern im Halbfinale der Champions League zu freuen. Ich finde das erbärmlich und unsportlich. 

Sportlich hingegen wäre es, die Spiele gegen Bayern nicht einfach abzuschenken, in dem z.B. fünfte gelbe Karten gezielt im Spiel gegen die Bayern abgefeiert werden. Paroli bieten und dagegen halten. Das will ich sehen. Ich bin sicher, dann wird auch mal wieder ein anderer Verein Meister oder Pokalsieger. 

Ich fiebere gern auch mit anderen Mannschaften mit. Leicht wird einem das aber in der Bundesliga nicht gemacht 😜.