Das Weihnachtsoratorium – einer meiner Anker

Heute war es soweit. Ich habe auf meiner Heimfahrt von der Arbeit das erste Mal in diesem Jahr das Weihnachtsoratorium gehört. Dieser Moment ist in jedem Jahr ein ganz besonderer. Ein Moment wie der erste Schluck Kaffee am Morgen oder – noch besser – der erste Schluck Hefeweizen an einem heißen Sommertag. Und ich ertappe mich dabei wie ich voller Inbrunst und Wort für Wort „Jauchzet, frohlocket“ und „Großer Herr“ mitschmettere und „Ich steh‘ an deiner Krippen hier“ erfüllt mich immer wieder beinahe meditativer Kraft, wenn ich die Bassstimme mitsinge. Und ich staune dabei, wie selbstverständlich mir die Worte  über die Lippen gehen, dass ich das alles auswendig kann. Ein Jahr nicht daran gedacht und doch ist alles sofort wieder da. Aber eine Erkenntnis rührt mich auch jedes erste Mal: das Weihnachtsoratorium ist Teil meiner Identität. Ich bin damit aufgewachsen und wenn ich es höre, bin ich meiner Familie so nah wie selten übers Jahr. Weihnachten, Bach, Holzkunst aus dem Erzgebirge, Räucherkerzenduft bilden ein Band zwischen uns und sind beinahe Teil unserer gemeinsamen DNA. 

Manchmal ist es geradezu überwältigend, welch schöne Erinnerungen nur durch das Weihnachtsoratorium in mir hervorgerufen werden. 

Fröhliche Weihnacht überall … im Haus (4)

Ich habe bereits erwähnt, dass ich iTunes als Mediaplayer verwende. Kommen wir hierauf nochmal zurück.

Nun geht es uns ja hauptsächlich darum, Bing Crosby, den Thomaner-Chor oder auch neuerdings Michael Bublé im ganzen Haus zur Weihnachtszeit in gleicher Qualität zu hören. Aber die Technik und die Funktionen sind ja natürlich nicht darauf beschränkt. Deswegen ein kurzer Ausflug zu den weiteren Vorzügen und zur Kombinierbarkeit von iTunes. Neben der Tatsache, dass man im iTunes-Store seine Lieblings-Weihnachtsmusik jederzeit kaufen und herunterladen kann, zeichnet sich iTunes vor allem dadurch aus, dass es mit Produkten aus dem Hause Apple perfekt harmonisiert.

Eine wesentliche – und für diesen Fall DIE – Schlüssel-Funktion ist die, dass unterschiedliche Lautsprecher unabhängig oder gleichzeitig angesprochen werden können. Das können kabelgebundene Boxen sein, via Bluetooth angebundene Kopfhörer oder sich irgendwo im Haus befindliche und per Airplay-Funktechnologie eingebundene Lautsprecher. Sie merken: wir kommen der Sache schon näher. Denn m.W. gibt es immer noch nicht viele Mediaserver bzw. Mediaplayer, die Apples Technologie Airplay vom Desktop-PC aus bereitstellen.

Darüberhinaus bietet die Integration des iTunes-Stores in die Infrastruktur dann die Möglichkeit, neue Songs und Alben per Klick zu kaufen und sofort seiner Weihnachtsliste hinzuzufügen. Die Musik steht also sofort zur Verfügung, sie muss nicht erst nachbearbeitet, sortiert und hin- und her geschoben werden. Wer in den Anfangszeiten der MP3-Musik dies einmal bei seiner Musiksammlung durchexerziert hat, weiß, wovon ich hier spreche. Hier bieten die relativ neue iCloud und iTunes-Match noch einige Möglichkeiten mehr, um den Zugriff auf die Musik und die Sicherung derselben so einfach wie möglich zu gestalten.

Und natürlich bietet der iTunes-Store nicht nur Musik, sondern auch Kauf- und Leihfilme zur Weihnachtszeit, die dann auf iPad oder Fernseher gestreamt werden können. Andere Shops können das natürlich auch. Aber uns geht es ja um die Integration in unsere Apple-Infrastruktur und den damit verbundenen bequemen Zugriff sowie die performante Präsentation.

Fröhliche Weihnacht überall ….. im Haus (3)

Der Mac-Mini als Weihnachts-Jukebox

Natürlich kann man jeden PC und jeden Mac als Datenrepository und Medienserver einsetzen. Mittlerweile gibt es auch einige Hersteller von Speicherlösungen, die in ihre Festplattenspeicher einen Mediaserver implementiert haben. Stellvertretend sei hier die Firma Synology genannt, deren Lösungen nach meinem Empfinden gut umgesetzt sind. Aber sowohl dem Mediaserver von Synology (ich besitze die USBStation 2, an die man USB-Festplatten hängen kann) als auch anderen NAS-Lösungen mangelt es an einigen Features, die ich hinsichtlich einer leichten Bedienbarkeit vermisse. Unabhängig davon, dass die meisten Lösungen auf ein Windows-Umfeld mit UPnP-Anbindung ausgelegt sind und so natürlich auch eine gewisse Bedienerfreundlichkeit aufweisen, fehlt mir die Einfachheit und Übersichtlichkeit von iTunes. Und wenngleich es auch schick wäre, nicht jedesmal den Rechner einschalten zu müssen, wenn man Musik hören will, gibt es meines Wissens leider noch keinen Anbieter, der einen iTunes-Server mit eigener Mediathek-Anbindung im Programm hat. Also: da ich meinen Mac-Mini sowieso den ganzen Tag laufen lasse, setze ich auf die Kombination mit iTunes als Mediaserver. Die Weihnachtsmusik befindet sich wie die restliche Musik auch auf der Festplatte des Mac und diese wird wöchentlich mittels TimeMachine auf ein externes Medium gesichert. Die High-End-Variante wäre, hierfür die Time-Capsule von Apple einzusetzen. Soweit bin ich jedoch noch nicht. Kostet ja alles auch Geld ;-). Eine normale USB-Festplatte tut es einstweilen auch. Toll ist aber, dass ich mich um die Datensicherung überhaupt nicht kümmern muss. Auch ein Argument für diese Kombination. Zugegebenermaßen: iTunes läuft auch auf Windows.


Fröhliche Weihnacht überall ….. im Haus (2)

Im letzten Post habe ich geschildert, dass meine Frau und ich vor dem letzten Weihnachtsfest den dringenden Bedarf hatten, Weihnachtsmusik in alle Räume des Hauses zu streamen. Der Gedanke war der, dass die Musik auf einfache Weise zentral steuerbar und überall im Haus in gleicher Qualität zu hören sein sollte.

Diese Anforderung kann heute mit diverser Hard- und Software auf unterschiedliche Art und Weise umgesetzt werden, je nach Geldbeutel und „Bastelaffinität“. In den folgenden Posts schildere ich jedoch nur die von mir umgesetzte – zugegebnermaßen sehr Apple-lastige – Möglichkeit. Die einzelnen Komponenten sind hier perfekt aufeinanander abgestimmt und die Einrichtung wie auch die Bedienung später ist auch für Computerlaien ohne Spezialwissen durchführbar. Im Folgenden beschreibe ich, was benötigt wird, was getan werden muss und was die einzelnen Komponenten kosten.

Ich beginne mit der Basis und werde erzählen, woher die Weihnachtsmusik kommt, wie sie am besten gespeichert und archiviert wird (mit Datensicherung) und womit sie abgespielt werden kann. Auch und schon hier ergeben sich vielfältige Kombinationsmöglichkeiten und es hängt letztendlich von den persönlichen Vorlieben ab, für welche man sich entscheidet.

Ich gehe hier jetzt nicht auf den Kauf der Musik ein. Ob man nun CDs bei Amazon bestellt oder bei einem anderen Händler kauft oder MP3-Files bei iTunes runterlädt, ist für das Ziel der überall im Haus zu hörenden und bedienenden Weihnachtsmusik erstmal unerheblich. Einen Hinweis ist es jedoch wert: beim Download erspart man sich das lästige Rippen der CDs. Wer aber schon – wie ich – mehrere Dutzend Weihnachts-CDs besitzt, kommt hier nicht drum herum. Man will ja schließlich nicht alles neu kaufen. Informationen dazu, welche Programme fürs Rippen geeignet sind und dazu was man alles beachten muss, finden sich z.B. hier.

Nun zur Basis: Wo liegt die Musik und was für ein Gerät dient sowohl als Jukebox als auch als Datenspeicher? Ich habe mich für den Mac-Mini entschieden. Neben seinem optisch ansprechenden Äußeren und seiner kompakten Bauweise bietet er für mich zusammen mit dem Betriebssystem MacOS X die beste technische Integrierbarkeit, welche für den Betrieb einer Streamingumgebung momentan verfügbar ist. Es ist alles dabei, was man benötigt, das System ist für Laien einfach zu bedienen, die technische Ausstattung ist ausreichend bis gut.

Fröhliche Weihnacht überall … im Haus (1)

Die Anforderung kam eigentlich von meiner Frau: Mit George Michael bzw. Wham und Last Christmas im ganzen Haus zu trällern, ohne dass man unten im Wohnzimmer die Boxen voll aufdrehen muss. Oder bei Bing Crosbys White Christmas oben im Schlafzimmer von der perfekten Weihnachtsidylle zu träumen, das wär’s, meinte sie. Außerdem nervte sie es, dass ausgerechnet dann immer die CD bei Bachs Weihnachtsoratorium gewechselt werden musste, wenn sie gerade im 2. Stock den Boden wischte (um politisch korrekt zu bleiben: letzteres konnte auch mich treffen ;-)). Zudem hatte sie die „Zufallsfunktion“ ihres iPod schätzen gelernt und wollte diese Funktion auch bei der Weihnachtsmusik im Haus haben. Der ganze Messias von Händel am Stück ist halt manchmal schon starker Tobak und Unterbrechungen z.B. durch weihnachtliche Lounge Musik können dann für entsprechende Entspannung sorgen.

Nun bin ich ja nicht nur Weihnachts-, sondern auch Technikfan und habe mich deshalb daran gemacht, die notwendige Infrastruktur dafür zu schaffen, damit man im ganzen Haus bei Bedarf dieselbe Musik und in gleicher Qualität hören kann. Natürlich sollte das Konstrukt dann auch noch ehefrauenkompatibel in Design und Bedienung sein, quasi auf Knopfdruck funktionieren. In den folgenden Posts werde ich beschreiben, was alles an Hard- und Software nötig ist und wie alles miteinander vernetzt werden muss, „Fröhliche Weihnacht überall“ im Haus erklingen zu lassen.

Im nächsten Post beginne ich mit der „Datenbasis“. Woher kommt die Musik bzw. wie stellt man sie bereit?

 

Das Michael Bublé Christmas Album

Also wirklich. Bevor ich die Geschichte von meinem Petrus erzähle, muss ich noch kurz den Spontankauf des heutigen 22.12.11 kommentieren.Respekt, Mr. Bublé. Ich muss sagen: Das Album von Michael Bublé ist tatsächlich eines der besten Weihnachtsalben der letzten Jahre. Im Stile Frank Sinatras trägt er die Weihnachtsklassiker einfühlsam und mit seiner unvergleichlichen Stimme vor. Da kommt wahrlich Weihnachtsstimmung auf. Besonders gut gefällt mir „Santa Baby“, der Klassiker, den einst Marilyn Monroe berühmt gemacht hatte. Michael Bublé hat eine coole „Jungs“-Version geschaffen. Den Link zum Text finden Sie hier.

 

 

Have yourself a merry little Christmas

Have yourself a merry little Christmas, it may be your last,
Next year we may all be living in the past
Have yourself a merry little Christmas, pop that champagne cork,
Next year we will all be living in New York.
No good times like the olden days, happy golden days of yore,
Faithful friends who were dear to us, will be near to us no more.
But at least we all will be together, if the Fates allow,
From now on we’ll have to muddle through somehow.
So have yourself a merry little Christmas now.
———
Ich liebe dieses Weihnachtslied. Diejenigen, die dieses Jahr allein „feiern“ müssen, finden in diesem Song vielleicht ein wenig Hoffnung fürs nächste Jahr.
Und wer Weihnachten liebt, muss auch allein feiern.

Musikempfehlung: Bar-Musik zu Weihnachten

Ich bin ja jedes Jahr auf der Suche nach „neuer“ Weihnachtsmusik. „Neu“ kann da bedeuten, dass es sich um eine aktuelle Einspielung eines klassischen Werkes wie dem Weihnachtsoratorium oder dem Messias handeln kann. „Neu“ kann auch die Filmmusik eines neuen Weihnachtsfilms sein und „neu“ ist für mich auch der Popsong der Saison zum Thema. Aber „neu“ kann auch schlicht bedeuten, dass diese Musik nur für mich neu ist. Ich habe sie dann einfach noch nie wahr genommen. Wie bei dieser Empfehlung: Bar-Musik. Ich stehe da dieses Jahr total drauf. Lassen Sie diese Musik mal beim Kochen laufen. Auch beim Autofahren kommt sie gut. Schön dezent und gerade deswegen stimmungsvoll. Damit werden sie auch den größten Weihnachtsmuffel überzeugen ;-).

Ein echter Knaller: „Fröhliche Weihnachten!“ mit Anke Engelke und Bastian Pastewka

Diese DVD ist ein echter Knaller und ein MUSS für alle Weihnachtsfans. Anke Engelke und Bastian Pastewka parodieren die bekannten Volksmusiksendungen und wachsen bei der Interpretation des Themas Weihnachten förmlich über sich hinaus. Die beiden sind Komiker zumindest nationalen Formats, wenn nicht sogar darüber hinaus. Wer Weihnachten mag kommt hier auf seine Kosten. Und ich fürchte: wer es nicht mag ebenfalls ;-).

„Fröhliche Weihnachten!“ mit Anke Engelke und Bastian Pastewka