Die Kunst, sich das Richtige schenken zu lassen

Alle Jahre wieder, so um den 15 November herum, stellen meine Frau und ich uns die gegenseitige Frage: Was schenken wir uns denn dieses Jahr? Alternativ meine Frau: Was möchtest du denn dieses Jahr zu Weihnachten?

Die einfache und leider nahe liegende Antwort „nichts“ steht nicht zur Auswahl. Als Weihnachtsdogmatiker betrachte ich Geschenke an Weihnachten als nicht optional. Anders als im sonstigen Leben darf der Wunschzettel hier eine große Rolle spielen. Geschenke, Päckchen und das Schenken gehören einfach zu Weihnachten dazu. Punkt.

Wer übers Jahr genau bei seinen liebsten hinhört, dürfte es auch hinbekommen, sinnvolle und Freude bereitende Geschenke zu besorgen. So anstrengend und schwierig das auch trotzdem noch bleiben mag.

Ein für mich weit schwierigeres Unterfangen ist jedoch, mir das Richtige schenken zu lassen. Auf die Frage meiner Frau, was ich denn haben möchte, antworte ich im ersten Reflex natürlich immer wahrheitsgemäß: eine Apple Watch, eine Wetterstation, ein Bluetoothlautsprecher etc. etc. Sie merken es. Mein Herz frohlockt bei elektronischen Gadgets.

Allerdings sind die in der Regel ziemlich teuer. Und meine Frau hat weder ein zufriedenstellendes Shopping- oder Schenkerlebnis, noch bringt sie meistens die korrekte Version, Ausgabe oder Ausprägung. Oder sie greift aus Verzweiflung zum billigen Gattungspendant von Tschibo. Um das zu vermeiden, muss ich ihr die korrekten Amazonlinks oder ähnliche Handreichungen. Und a sind wir aber wieder bei ihrem fehlenden Shoppingerlebnis. Außerdem: wo bleibt die Überraschung da für mich? Ne, ist nicht gut.

Also was tun? Ich habe gelernt, übers Jahr nicht nur darauf zu lauschen, was andere sich wünschen, sondern auch darauf, was ich selbst sinnvollerweise unbedingt mal neu brauche. Jenseits von Elektronik. Geeignet sind da vor allem Klamotten. Aber auch Alltagsgebrauchgegenstände jeglicher Art sind geeignet. Waschbeutel, Geldbörsen etc. Dinge, die geeignet sind, als edle Variante zum Geschenk zu werden.

Ok, die überschwängliche Freude stellt sich bei mir dann zwar nicht ein. Aber ich freue mich um so mehr, wenn meine Frau Spaß beim Einkaufen hatte und das Gefühl, die Kontrolle über ihren Geschenkprozess zu haben.