Mit dem letzten Satz Kerzen

Wir besitzen eine Märchenpyramide der Fa. Glässer. Sie dreht sich nun seit 20 Jahren und sie ist das einzige Dekostück, bei dem wir noch echte Kerzen verwenden. Tja. Und nun ist es passiert: am 06.01.12 ist sie beim letzten Kerzensatz in Brand geraten. Pure Unachtsamkeit meinerseits führte zu diesem Unfall. Ich dachte nämlich noch, beim Anzünden der Kerzen, dass die spätere Unglückskerze nicht stabil genug stand. Ich war jedoch zu bequem, das zu korrigieren. Und so fiel sie um und setzte die Pyramide in Brand. Glücklicherweise war ich zugegen und konnte löschen. Nicht auszudenken, wenn ich gerade nicht im Zimmer gewesen wäre. Ein schlimmes Unglück hätte passieren können.

Aber die Pyramide ist nun lädiert, Ersatzteile gibt es leider nicht mehr. Der Brand war zum Glück ziemlich oberflächlich und ich überlege, ob ich versuche, die verbrannten Stellen abzuschleifen und die ganze Pyramide neu zu lackieren. Ich werde berichten und Bilder dann bereitstellen, wenn ich mich dafür entscheide. Mal sehen.

Mein Petrus und seine Geschichte

In den Jahren vor der Wende wurde Holzkunst aus dem Erzgebirge so ganz langsam auch im Westen bekannter. Während man Räuchermännchen und Schwibbogen bis dahin nur in speziell ausgerichteten Geschenkeläden bekam, dessen Betreiber meistens aus Sachsen stammte, begannen Mitte der 80er Jahre auch erstmals Kaufhäuser damit, die Originale aus dem Erzgebirge zu verkaufen. Schlechte und billige Imitate aus Fernost waren zu jener Zeit schon auf den Weihnachtsmärkten und in den Regalen zu entdecken.

Meine Brüder, mein Vater und ich zogen in jener Zeit auch immer wieder um die Weihnachtszeit los, um evtl. Schnäppchen zu machen. Denn zu unserem und vielleicht auch anderer Leute Glück, kannten die Händler und Verkäufer den Unterschied zwischen Original aus dem Erzgebirge und Imitat aus Fernost nicht. Geschweige denn, dass er einen normalen Verkäufer bei Hertie überhaupt interessiert hätte. Und so standen Originale zwischen Imitaten und waren – speziell in diesem Kaufhaus – Jahr für Jahr falsch, weil zu billig, ausgezeichnet. Das war aber noch nicht alles: bereits kurz vor Weihnachten wurden die Artikel zum Teil erheblich runtergesetzt. In den Jahren 1987 bis 1990 erstanden wir so diverse Pyramiden, Räuchermännchen und Schwibbögen zu Spottpreisen.

So auch meinen großen Petrus. 1989 war das. Es war kurz vor Weihnachten, die Preise waren bereits herabgesetzt. Ich weiß nicht mehr, wieviel der Petrus kosten sollte, bekam ihn aber erheblich billiger (als zum bereits herabgesetzten Preis). Hertie wollte „das Zeug“ los haben und leider fehlte die Pfeife. Ein Mitarbeiter machte sich im Lager zwar noch auf die Suche, war aber erfolglos.

Im Jahr drauf erledigte ich meine Weihnachtseinkäufe zwischen zwei Unterrichtsstunden (ich hatte gerade mit meinem Studium begonnen). Mein Weg führte mich auch zu Hertie in Freiburg. Schon auf der Rolltreppe – und daran erinnere ich mich wirklich ganz genau – fiel mir der Petrus und die fehlende Pfeife ein und irgendwie wusste ich sofort, dass ich sie an diesem Tag bekommen würde. Ich wusste nämlich auch aus den Vorjahren, dass Hertie die nicht verkauften Teile aus dem Vorjahr immer wieder in den Folgejahren in die Auslage stellte. Das war dann wie ein 6er im Lotto als ich um die Regale herumschlich und zwischen all den echten und unechten Räuchermännchen die Pfeife liegen sah. Können Sie sich dieses Gefühl vorstellen? Yesssss! Ich muss gegrinst haben wie ein Honigkuchenpferd. Und der Verkäufer hat mich vielleicht blöd angeschaut als ich die Pfeife für damals eine Mark kaufte. Man sah förmlich die Fragezeichen über seinem Kopf.

Und seit dem ist der 35cm große Petrus mein Lieblingsräuchermann. Und eigentlich auch der einzige, der rauche darf ;-).

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Seiffen nicht mehr im Erzgebirgskreis?

Der Freien Presse vom 15.08.2011 zufolge möchte das Spielzeugdorf Seiffen mit der Nachbargemeinde Neuhausen fusionieren. Seiffen hat Schulden von 6,5 Millionen Euro und das Innenministerium des Landes Sachsen bietet für diese Fusion wohl 7,5 Millionen Euro Schuldenerlass. Zu verlockend für Gemeinderat und die 2500 Einwohner. Allerdings liegt Neuhausen nicht im Erzgebirgskreis – dem gefühlten Herzen des Erzgebirges – wie Seiffen momentan noch, sondern im Landkreis Mittelsachsen. Hm, fühlt sich für einen Aussenstehenden irgendwie komisch an.

Kein Weihnachtsmarkt 2011 in Seiffen?

Das kann ja wohl nicht sein. Die Freie Presse in Sachsen meldet heute, dass der Weihnachtsmarkt in Seiffen dieses Jahr evtl. nicht stattfinden kann. Offensichtlich gibt es zwischen der Gemeinde Seiffen und dem Tourismusverein Unstimmigkeiten wegen der Pacht. Die Gemeinde verlange wohl 34.000 Euro, welche der Tourismusverein nicht für realistisch hält.
Leute in Seiffen: Ihr werdet das doch wohl geregelt bekommen. Das Vorzeigeweihnachtsdorf Deutschlands ohne Weihnachtsmarkt wäre ja wie Weihnachten ohne Weihnachtsbaum und Gänsebraten. Das geht gar nicht. Also kleiner Appell aus dem Schwarzwald: reißt Euch mal alle zusammen! Ich wollte dieses Jahr mal wieder vorbeischauen.

Ich wünsche allen Lesern eine schöne Adventszeit

Traditionellerweise beginnt der Advent in unserer Familie am Abend des Ewigkeitssonntags. An diesem Abend hören wir zum ersten Mal Weihnachtsmusik (meistens fällt es uns schwer, bis dahin zu warten 😉 ) und wir bauen unsere umfangreichen Sammlungen an Erzgebirgischer Volkskunst auf. Liebevoll verpackte Räuchermännchen und Pyramiden, Nussknacker und Engel werden wieder ausgepackt und an ihren in den Vorjahren erworbenen Stammplätzen aufgestellt und aufgehängt. Meistens wird auch schon die erste Räucherkerze angezündet und mit dem Binden des Adventskranzes begonnen. Liebgewordene Tradition, die ich dieses Jahr wegen unseres Umzugs nicht verfolgen kann. Schade. Aber Weihnachtsmusik höre ich schon.

Ich wünsche allen Lesern eine schöne und besinnliche Adventszeit.

Reparatur von Blank-Engeln

Ich weiß wohl, dass Holzkunst aus dem Erzgebirge 1) nicht repariert werden sollte, weil ein defektes Original halt originaler ist als ein repariertes und man es 2) es gar nicht erst soweit kommen lassen sollte, dass ein Produkt aus dem Erzgebirge reparaturbedürftig wird. Nichts desto trotz habe ich bei einigen meiner Blank-Engel nun die kaputten Flügel ersetzt, zumal Ersatzteile vom Hersteller angeboten werden. Die Qualität der folgenden Fotos bitte ich zu entschuldigen, mit Bildbearbeitung hab ich es nicht so.

Flügelloser Blankengel Der Engel ohne Flügel.

Reparaturmaterial Holzleim (transparent trocknend), Pinzette, Skalpell, Engel und Ersatzflügel.
Zum Auftragen des Leims habe ich
einWattestäbchen verwendet.

Engel und SkalpellBefinden sich noch Reste der alten Flügel in den Schlitzen,
bietet es sich an, hier mit einem Skalpell oder Teppichmesser nachzuhelfen,
um die Schlitze frei zu bekommen.

Engel ohne Flügel Nach dem Reinigen der Flügelschlitze…

Skalpell und Engel …wird der Holzleim mit einem Wattestäbchen aufgetragen oder…

Leim und Flügel …alternativ der Flügel in den Leim getaucht.

Flügel wieder dran Der Leim trocknet transparent,

wie neu das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Der Link zu den Ersatzteilen von Blank:

XTCsid/c4b207cdbf01f93cd3d00017d5298c32

Wartungstipp Pyramiden: Äl in die Führung

Der passionierte Erzgebirgsfan kennt den Trick sicher. Aber der eine oder andere Freund von Weihnachtspyramiden aus dem Erzgebirge dürfte ihn noch nicht kennen. Zwar kommt es bei gut gepflegten Pyramiden aus dem Erzgebirge wegen der guten Verarbeitung, anders als bei den Plagiaten aus Fernost, selten vor, dass die Kerzen es nicht schaffen, die Flügel anzutreiben. Meistens, wenn die Pyramide „im Wind“ steht, weil die Tür offen ist oder weil der Führungsstab verbogen ist. Natürlich nützt sich aber auch die Führung ab, verkratzt mit der Zeit, bekommt Unwuchten.

Hierfür gibt es neben dem Kauf einer neuen Führung noch eine weitere Möglichkeit zur Abhilfe. Ein Tropfen Äl, gern auch Oliven- oder ein anderes Haushaltsöl, in die Führung und die Pyramide läuft wieder – im wahrsten Sinne des Wortes – wie geschmiert.

Liebhaber und Sammlerplattform Holzkunst aus dem Erzgebirge

Sie suchen einen bestimmten Engel von Wendt & Kühn, der nicht mehr aufgelegt wird? Oder möchten Sie einige Stücke aus dem Erzgebirge an Liebhaber veräußern? Oder auch nur über das Thema erzgebirgische Volkskunst diskutieren? Vielleicht finden sich auf unseren Seiten Gleichgesinnte zusammen. Wir sind gespannt auf die Resonanz.