Weihnachtsbaumidylle 2017

Es ist der 3. Advent und eine Woche vor Weihnachten. Mittlerweile steht leider fest (mit kleiner Unsicherheit), dass das Weihnachtswetter 2017 für Flachländer ohne Schnee stattfinden wird. Das berüchtigte Weihnachtstauwetter wird wohl wieder seinem Namen alle Ehre machen. Zwar wird es zum Glück nicht frühlingshaft warm, wie es in den vergangenen Jahren auch ab und zu vorkam. Aber es reicht, um weiße Weihnachten in die höheren Berglagen zu verbannen.

Und deshalb freue ich mich besonders, dass ich gestern meinen Weihnachtsbaum aus dem verschneiten Wald holen durfte. Wenngleich der Wald natürlich eine Plantage war. Aber egal, viele Tannen sind für mich ein Tannenwald. Opa, Enkel, Vater und Onkel zogen gemeinsam los und erlebten auf diese Weise einen gemeinsamen Moment der Idylle, den man nicht oft – und vor allem – in dieser Konstellation (mit Schnee) vielleicht nie wieder erlebt. Schön war’s.

Idylle im Winterwald

Der perfekte Weihnachtsbaum

6. Januar. 3 Könige. Die Weihnachtszeit neigt sich dem Ende und mich überkommt Wehmut, wenn ich daran denke, dass unser auch dieses Jahr wieder sehr schöner Weihnachtsbaum bald wieder abgeschmückt und entsorgt werden muss. Tröstlich, dass er noch ein paar Tage als Landeplatz für Vögel dienen wird, die sich an den Maisenknödeln versorgen – sofern der Winter doch noch kommt. Während ich so unseren Baum betrachte, kommt mir die Idee, dass ich meine Vorstellung von einem perfekten Baum veröffentlichen könnte.

Zu einem perfekten Baum gehört nicht nur das Erscheinungsbild. Für mich gehört da mehr dazu. Der Prozess des Findens mit Suchen, Auswahl und Abholen gehört ebenfalls dazu. Ich bin da unverbesserlich und idyllensüchtig.

1) Wo finde ich den perfekten Baum?

Ein Baum vom Händler vor dem Supermarkt kommt für mich nicht in Frage. Abgesehen davon, dass diese Bäume oftmals hunderte von Kilometern durch Europa gekarrt wurden und schon deshalb nicht mehr frisch sein können, sind auch Bäume aus Deutschland meistens schon einige Tage geschlagen und alles andere als frisch. Es gibt natürlich Ausnahmen.

Da für mich aber das Erlebnis beim Baum aussuchen dazugehört, gehe ich nur zum Erzeuger direkt. Dort kann man dann stundenlang in den Zuchtwäldern umherstreifen und nach dem schönsten Exemplar suchen. Klar, dass dies bereits im November stattfinden muss, da später schon der Baumschlag für die kommende Weihnachtszeit stattfindet und die schönsten Bäume dann eventuell schnell weg sind. Ich verbinde das immer mit dem Holen des Tannenreisigs für den Adventskranz, so um den Ewigkeitssonntag herum.

Idealerweise ist es kalt. Dieses Mal war das Erlebnis getrübt. 20 Grad wärme schafft nicht die rechte Stimmung. Mit einem Schildchen wird der Favorit dann gekennzeichnet, dass er auch ja nicht geschlagen und verkauft wird, bevor ich das kurz vor Weihnachten dann selbst mache.
2) Welches ist der perfekte Baum?

Schwierig zu sagen, ich hatte sie alle. Weißtanne, Blaufichte, Nordmanntanne. Alle haben Vor- und Nachteile. Der klassische Weihnachtsbaum ist ja eigentlich die Weißtanne, die Nordmanntanne hat ihr jedoch so allmählich den Rang abgelaufen. Ihre Haltbarkeit scheint hier eine Rolle zu spielen. Sie nadelt spät. Jedoch sind die Äste der Nordmanntanne sehr flexibel, so dass Behang und Kerzen leicht herunterfallen können.

Die Weißtanne hat spitzere und damit auch beim Schmücken unangenehmere Nadeln – nicht ganz so spitz wie die Nadeln der Blaufichte – dafür jedoch starke Äste, die einiges an Behang aushalten. Schlechte Erfahrung mit allzufrühem Nadeln habe ich entgegen meinen Erwartungen nicht gemacht.

Die Blaufichte irritiert durch ihren Blauschimmer und hat sehr spitze Nadeln. Da kann beim Schmücken schon mal Blut fließen ;-). Auch hier habe ich keine schlechte Erfahrung mit dem Nadeln gemacht.

3) Wie sieht der perfekte Baum aus?

Schön gewachsen, ist doch klar. Nur was heisst ‚Äúschön gewachsen‚Äù? Auch klar ist, dass es hierzu auch verschiedene Ansichten gibt. Während ich z.B. eine Spitze für schön halte, ist mein Vater Fan von Doppelspitzen (die ensteht übrigens dadurch, dass Vögel die keimende Spitze durch Anpicken ‚Äúverletzen‚Äù und der Baum versucht, sich zu reparieren).

Unabhängig von der Größe des Baumes sollte ein ebenmäßiger Baum gleichmäßige Abstände zwischen den Etagen haben. Die Äste einer Etage sollten versetzt zu den Ästen der nächstunteren und der nächstoberen Etage sein. Das ist ganz wichtig, wenn man noch Wachskerzen verwendet. So verringert man die Brandgefahr um einiges.

Die größte Chance einen solchen Baum zu finden, hat man, wenn der Baum genug Platz zum Wachsen und entfalten hatte. Da unser Baum mit der Rückseite nahe zur Wand, also nicht frei im Raum, steht, schadet ein ‚ÄúLoch‚Äù im Wuchs nicht. Hier sogar ganz im Gegenteil.

4) Wann holt man den perfekten Baum?

Idealerweise hole ich unseren Baum erst 3 bis 1 Tag vor dem Heiligen Abend, damit er frisch ist und möglichst bis zum 6. Januar nicht nadelt. Ich wünsche mir dazu idylisch winterliches Wetter. Das war auch schon ein paar Mal so. Dieses Mal war‚Äôs wenigstens knapp über 0 Grad. Noch akzeptabel. Dann säge ich ihn selbst, lasse ihn ‚Äúvernetzen‚Äù, damit ich ihn beim in die Wohnung Tragen nicht verletze und stelle ihn dann gleich auf. Bevor ich ihn dann frühestens am 23. schmücke, sollte der Baum sich mit genügend Wasser im Christbaumständer einige Zeit entfaltet haben. Um den Baum haltbarer zu machen, füge ich dem ersten Wasser ca 100ml Glycerol aus der Apotheke bei. Aber vorsicht: dieses Mal wurde ich gefragt, was ich damit machen will. Offensichtlich müssen die Apotheker das in Zeiten von zunehmender Terrorgefahr tun, da Glycerol auch Bestandteil einer Bombe sein kann. Offensichtlich war ich aber vertrauenerweckend genug, so dass ich das Glycerol bekam.